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1939 - 1945

Geschichte 1939 - 1945

Im Juni 1940 wurde Paris von der Deutschen Wehrmacht besetzt. Am 13. August 1940 wurde Franz Stock erneut zum Seelsorger der Deutschen in Paris ernannt. Er kehrte im Oktober nach Paris zurück, betreute dort allerdings eine andere Gemeinde. Als Standortpfarrer im Nebenamt begann er Anfang 1941 mit seiner Tätigkeit in den Pariser Wehrmachtsgefängnissen Fresnes, La Santé und Cherche Midi. Ihm oblag die Betreuung der Häftlinge in den Gefängnissen und die Vorbereitung der zum Tode Verurteilten.
Die Gefängnisse von Paris hatten von 1941 bis 1944 etwa 11.000 Gefangene. Die Erschießungen der Verurteilten und Geiseln fanden meist auf dem Mont Valérien statt. Franz Stock führte ein Tagebuch mit kurzen Notizen über die Gefangenen und zum Tode Verurteilten. Er erwähnte 863 Erschießungen, denen er beiwohnen musste, sagte aber kurz vor seinem Tod einem Bekannten, es seien über 2.000 gewesen. Die Gedenktafel auf dem Mont Valerien nennt eine Zahl von über 4.500. Zeugnisse Überlebender, Bücher und Filme dokumentieren den aufopferungsvollen Dienst Stocks an den Verurteilten, seine Menschlichkeit und sein Zugehen auf andere, ohne sich selbst zu schonen. Da die Gefangenen oft bewusst im Unklaren über das Schicksal ihrer Familien gelassen wurden, war es eine große Hilfe für sie, dass Stock Kontakt zu den Familien hielt und den Gefangenen Nachrichten übermittelte, in von Aufsehern überwachten Gesprächen beispielsweise flüsternd während eines gemeinsamen Gebetes des Priesters und des Gefangenen.