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Joana Seiter (2014 - 2015)

Liebe Gemeinde!

Als mein Vorgänger mir Anfang letzten Jahres gesagt hatte, dass dieses Jahr auch für mich sicherlich wie im Fluge vergehen wird, wollte ich ihm zuerst nicht glauben. Doch rückblickend muss ich zugeben, dass er Recht behalten hat. Mit Ausnahme der ersten aufregenden Wochen, in denen ich mit so viel Neuem konfrontiert wurde, und einer kurzen darauffolgenden Phase des Heimwehs, blicke ich auf eine Zeit zurück, die so unglaublich schnell vergangen ist und trotzdem so ereignisreich war.

So waren die ersten Monate vor allem von der Eingewöhnung hier in der Rue Spontini geprägt und den kleinen und größeren Hindernissen, die diese mit sich gebracht hatte. Sei es das für meine Ohren anfangs etwas befremdlich klingende Schwäbisch unseres Pfarrers, die Aufgabe, dreimal wöchentlich die Mülltonnen rauszustellen (eine Sache, die sich als schwieriger herausgestellt, als sie vielleicht scheint) oder die Herausforderung, in einer neuen Hausgemeinschaft zu leben. Sicher ist, dass mir neben dem Pfarrgemeindeteam und meinen Mitbewohnern, vor allem Sie, liebe Gemeinde, mir von Anfang an geholfen haben, mich hier wohl und willkommen zu fühlen. Ein herzliches Dankeschön!

Hervorheben von meiner Arbeit in der Gemeinde möchte ich für mich gerne die französischen Messen, bei denen wir meist in einer trauten Runde von regelmäßigen Kirchengängern aus dem Quartier zusammensaßen. Das „Le Seigneur soit avec vous“ wird mir so schnell sicherlich nicht mehr aus dem Gedächtnis gehen.

Auch die Möglichkeit, über das Deutsche Sozialwerk alle zwei Wochen Hausbesuche bei zwei Damen in einem Vorort von Paris zu machen, habe ich sehr geschätzt. So kann ich auf zahlreiche interessante Gespräche bei Tee und Keksen zurückschauen.

Zu guter Letzt möchte ich noch die Zusammenarbeit mit meinen Kollegen im Pfarrbüro nennen. Hierbei sind mir vor allem zahlreiche unterhaltsame und amüsante gemeinsame Mittagessen mit Frau Neier, Frau Schenkel und Herrn Sedlmeier im Gedächtnis geblieben – selbstverständlich nach getaner Arbeit.

Nun blicke ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf meinen nahenden Abschied von Paris. Weinend, da die Zeit sich zu Ende neigt, und lachend, weil ich glücklich bin, auf ein Jahr voller schöner Erfahrungen zurückblicken zu dürfen und mich schon auf mein im Oktober beginnendes Studium der Politikwissenschaften und der Soziologie in Berlin freue.

So bleibt mir abschließend nur noch zu sagen: Auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen in der Rue Spontini oder aber in Berlin!

Ihre Joana Seiter