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Tobias Kienlein (2009 - 2010)

Liebe Gemeinde,

die Zeit verging so schnell. Ich mag diese oft daher gesagte Binsenweisheit genauso wenig, wie ich sie umgekehrt als wahr empfinde, wenn ich auf mein Zivildienstjahr in Paris zurückblicke. Es war kurzweilig und randvoll mit Erlebnissen. Ein bisschen wie Columbus auf Entdeckungsreise fühlte ich mich, als ich nach Paris kam. Da schwamm man erst mal in der Fülle an Aufgaben und Sachen, die man sich merken muss und die es zu organisieren galt.

Als Neuankömmling fand man sich in einem Pool von Optionen und Chancen wieder und war manchmal sogar überfordert in der Frage, mit welchen Aktivitäten man die Freizeit füllen möchte. Es ist schließlich eine große Freiheit, wenn man nach dem Abitur das Elternhaus verlässt und diese Freiheit in Paris zu leben, war ein besonderes Privileg. Somit nahm das Abenteuer seinen Lauf.

Diese Umgebung, in der ich dieses Jahr verbrachte und meinen Zivildienst absolvierte, hat mir sehr gut gefallen. Hier hab ich mich aufgehoben gefühlt und das Wunderbare an der Stelle war, dass die Arbeit – wenn sie auch zeitweise mit Stress und einigen Überstunden verbunden war – eigentlich aus dem Bestand, worin ich großen Spaß habe. Ich bin glücklich, dass es so gekommen ist und ich die Chance hatte, meine Zivildienstpflicht auf solch interessante und für mich angenehme Weise abgelegt zu haben. Aus Paris nehme ich neben wunderbaren Erinnerungen, lehrreichen Erfahrungen, bereichernden und tiefgründigen Gesprächen, auch interessante Bekanntschaften und Freundschaften sowie erweiterte Französischkenntnisse und eine für mich neu gewonnene Selbständigkeit mit.

Ich blicke zufrieden auf dieses Jahr zurück und kann sagen: Die Chancen, die mir dieses Jahr geboten haben, ob bei meiner Arbeit in der Gemeinde oder in meiner Freizeit, ich meine, sie gut genutzt zu haben! Und so bin ich dankbar für das Erlebte und möchte diesen Dank auch den Beteiligten gegenüber ausdrücken: Ihnen, Herrn Pfarrer Sedlmeier, für Ihre sympathische Arbeitsweise und Ihre Nachsicht für meine Vergesslichkeit, Frau Schürholz, für die wunderbare Zusammenarbeit und die angenehme Atmosphäre im Büro – man hatte immer etwas zu lachen mit Ihnen – , meinen beiden Mitbewohnern Sebastian und Marc, die mir oft mit Rat und Tat zur Seite standen und natürlich den guten Geistern und engagierten Mitgliedern der (französischen und deutschen) Gemeinde, die ich jetzt gar nicht einzeln nennen will, die sich aber schon angesprochen fühlen werden. Es hat unheimlich Spaß gemacht mit Ihnen zusammenzuarbeiten! Danke für das entgegengebrachte Vertrauen, die Begleitung durch das Jahr und Ihre Offenheit!

Im Gemeindebrief 2/2010 hatte ich ja eigentlich angekündigt wie es mit mir weitergeht: Mit einem Politikstudium in Lille. Während der Zeit zu Hause habe ich jedoch gemerkt, dass ich vorerst genug von Frankreich habe und somit habe ich kurzfristig die Pläne geändert.
Jetzt studiere ich im wunderbaren Bayern, genauer in Augsburg Volkswirtschaftslehre. Ob das meine Berufung ist wird sich wohl im Laufe des Studiums erst herausstellen. Die Inhalte finde ich interessant und mit dem Studium komme ich sehr gut zurecht. Allerdings bleibt der Beigeschmack der „Vernunftwahl“, dem ich mich nicht erwehren kann.

Erst vergangenes Wochenende war ich nach einem halben Jahr wieder zu Besuch in der Gemeinde. Es war schön altbekannte Gesichter zu treffen und am Gemeindeleben für dieses Wochenende teilzuhaben – einfach schön wieder willkommen gewesen zu sein.

Es grüßt herzlich,

Tobias